Blasmusik ist vielfältig! Dur, Moll, harmonisch oder schräg. In den kommenden 24 Tagen ist hoffentlich für jeden etwas dabei!
Vierundzwanzigster Dezember
Heute zum Ende nochmal Thomas Doss. Diesmal eine tolle Aufnahme der Magic Ouvertüre von einem Wiener Orchester, welches hier bei der Faszination 2018 im Konzerthaus frisch aufspielte. Fast bin ich ein wenig traurig, dass der Adventskalender zu Ende ist. Ich hoffe, Sie alle hatten ein wenig Freude mit der Musik. Ich wünsche Allen eine ruhige Zeit während der Feiertage und viel Glück für das kommende Jahr!
Dreiundzwanzigster Dezember
Herbert Pixner ist wahrscheinlich den meisten mit seiner Harmonika bekannt. Ich mag viele seiner Stücke (wie etwa die tolle Nummer Spitfire). Er hat auch den feinen Hochachtungsmarsch für den heutigen Tag komponiert.
Zweiundzwanzigster Dezember
Wer sich heute ein wenig länger Zeit nehmen möchte kann natürlich auch das Gesamte Konzert der Blasmusik Supergroup anhören. Wer „nur“ den Marsch Kosmos hören möchte sollte bei Minute 32 einsteigen. Ein fetziger, toller Marsch, der auf meiner Liste für das Jahr 2022 steht!
Einundzwanzigster Dezember
Ich bin ja normal kein großer Freund von Bearbeitungen und Adaptionen für Blasorchester, da es leider nicht viele Komponist*innen und Arrangeure gibt, die ihr Handwerk wirklich verstehen. Johan de Meij stellt hier eine wohltuende Ausnahme dar. Der Niederländer ist nicht nur ein toller Komponist für Blasorchester (Symphonie 1 und Symphonie 2), sondern auch ein ausgezeichneter Arrangeur (Star Wars, Phantom der Oper, Cats,…). Für den Adventskalender gibt es daher Ausnahmsweise das Arrangement von Riverdance, welches ich persönlich sehr ins Herz geschlossen habe.
Zwanzigster Dezember
Eric Whitacre ist eigentlich für seine Arbeit als Chorkomponist bekannt und als Erfinder des Virtual Choir. Ich bin erstmals mit dem Stück October in einem Seminar in 2004 mit ihm als Komponist in Kontakt gekommen. Seine Tonsprache habe ich immer faszinierend gefunden. Das Stück Equus (das lateinische Wort für Pferd) ist laut Whitacre eine Art „moto perpetuo“. Ein Stück, das anfängt zu laufen und nie aufhört und in der minimalistischen, repetitive Musik eine Virtuosität erzeugt, die mir immer wieder den Atem raubt..
Neunzehnter Dezember
Stephen Melillo gehört zu den spannendsten und interessantesten zeitgenössischen Komponisten. Die Musik des Amerikaners habe ich in meinen Lehrjahren als Dirigent kennen gelernt. Godspeed! beginnt mit viel Energie und reißt den Zuhörenden hinein in eine rasende Fahrt. Der ruhige gebetsartige Mittelteil wurde von Melillo einmal in einem Seminar als „Prayer for Beethoven“ bezeichnet.
Achtzehnter Dezember
Von Irland weiter nach Schottland zu einem Stück, das auch schon seit fast 20 Jahren in meiner Wunschliste steht und aus meiner Sicht ein fast vergessenes, wenig gespieltes Stück von Johan de Meij darstellt (Was natürlich auch an der relativ hohen Schwierigkeit liegen kann.). Loch Ness ist ein fünfteiliges Stück, welches den sagenumwobenen See symphonisch beschreibt. In der Werkbeschreibung werden diese folgendermaßen beschrieben: „Der See bei Dämmerung“ Ruhig und schwer zeigt sich die undurchsichtige Wasseroberfläche und die enorme Tiefe des Sees bei Tagesanbruch. Langsam enthüllt sich der Morgennebel und die entfernten Ruinen des Schlosses „Urquhart“ sind zu erkennen. „Inverness: Dudelsäcke und Touristen“ Eine schottische Melodie beschreibt die Stadt Inverness und den Beginn einer neuen Saison durch die ersten Touristen. „Sturm“ Ein heftiger Sturm bricht über den See herein, starke Windböen und schwere Regengüsse verwandeln den bis dahin ruhigen See in ein geheimnisvolles und wildes Wasser. „Schluss“ Sturm und Regen verschwinden und der See zeigt sich wieder in seiner vollen Schönheit.
Siebzehnter Dezember
Wir bleiben noch ein wenig in der Region und lauschen einem Stück, welches der Stadt Tullamore gewidmet ist. Sie ist ungefähr 400 Jahre alt und von 1700 an ständig gewachsen, als eine Kaserne und das erste große Gebäude von Lord Tullamore in der Stadt gebaut wurden. Carl Wittrock interpretiert in diesem Werk seine eigene Auffassung von irischen Volksmusik, was in einer reichlich variierten dreiteiligen Komposition resultierte. Aufreizende, herausfordernde und inspirierende irische Volksmusik in kontinentalem Gewand. Lord Tullamore enthält sowohl brillante technische Passagen wie lyrische Ruhepunkte. Das Stück wurde von unserem Ehrenmitglied Rudi Fröschl an mich herangetragen, nachdem er es beim einem Konzertwertungsspiel in NÖ als Pflichstück viele Male von verschiedenen Kapellen hören konnte.
Sechzehnter Dezember
Gaelforce wurde 2001 im Rahmen eines Auftrags der Fodens Band von Peter Graham für Brass Band komponiert. Es besteht aus drei Sätzen, die nahtlos ineinander übergehen und jeweils auf drei traditionellen irischen Volksliedern (The Rocky Road to Dublin; The Minstrel Boy; Tossing the Feathers) basieren. Graham folgt dem Stil von Cry of the Celts und ist nach wie vor eines von Grahams beliebtesten Werken sowohl für Brass Band als auch für Blasorchester.
Fünfzehnter Dezember
Das Stück Dum Spiro Spero hatten die Musiker*innen des MVR nun schon im Herbst 2020 und im Herbst 2021 am Pult. Leider konnten wir es aufgrund der virusbedingten Absagen nicht zur Aufführung bringen. Ich finde das natürlich sehr schade und habe für den heutigen Tag eine tolle Interpretation gefunden, die ich gerne teilen möchte.
Vierzehnter Dezember
Dass ich ein großer Fan von Thomas Doss und seiner Art zu komponieren bin, ist für die Musiker*innen des MVR kein großes Geheimnis. Böse Zungen im Orchester behaupten sogar, dass es eine Zeit gab, in welcher in jedem Konzert mindestens ein Stück des Oberösterreichers gespielt wurde. Daher ist es auch selbstverständlich, dass der Adventskalender ein Stück von Thomas Doss beinhaltet. Il Presidente ist ein Marsch, der auf humorvolle Weise einen Präsidenten beschreibt, der vor seinem Volk spricht. Trotz der rhetorischen Brillanz des Redners verblasst der Eindruck der erhabenen Rede nach und nach, und die Sinnlosigkeit seiner Worte wird offensichtlich. Der Dreierteil des Marsches zeigt, wie sich die Stimmung des Volkes wendet: Die Menge beginnt, den Redner zu verspotten, wirft immer wieder mit faulen Eiern und Tomaten nach seinem Präsidenten, bis dieser vom Podium flieht. Das Volk, das die Szene verlässt, um sich lustigeren Dingen zuzuwenden, spiegelt sich in der Coda des Marsches wider.
Dreizehnter Dezember
Das Kinderbuch The Wind in the Willows (‚Der Wind in den Weiden‘) verfasste Autor Kenneth Grahame eigentlich um seinem sehbehinderten Sohn Alistair vorzulesen. Die Geschichten um Ratty, Mole, Badger und Toad (Ratte, Maulwurf, Dachs und Kröte) wurden nach der Veröffentlichung 1908 jedoch zu einem weltweiten Erfolg, der auch für Kino und Fernsehen umgesetzt wurde. Johan de Meij nimmt diese literarische Vorlage nun als Grundlage für gleichnamiges, viersätziges Stück, in welchem er meisterhaft musikalische Bilder der Charaktere erzeugt. Ein anspruchsvolles Stück, welches schon lange auf meiner Wunschliste steht.
Zwölfter Dezember
Das Stück Shenandoah ist eine Bearbeitung eines alten amerikanischen Volksliedes von Franz Ticheli. Das Tal um Shenandoah und der gleichnamige Fluss befinden sich in Virginia. Die Ursprünge des Volksliedes sind unklar, doch alle gehen in das 19. Jahrhundert zurück und werden einem Bergmann in Pennsylvania zugeschrieben. Viele Versionen der Melodie und des Textes wurden während der Jahre weitergegeben und tradiert. Frank Ticheli gelingt eine anspruchsvolle und interessante Umsetzung des eingängigen Themas.
Elfter Dezember
Das Stück Fire in the Blood von Paul Lovatt-Cooper wurde für das 120-jährige Jubiläum der International Staff Band der Heilsarmee komponiert. Der Titel zielt auf das Motto der Heilsarmee unter ihrem berühmten Wappen „Blood and Fire“. Dieses Stück ist eigentlich für Brassband komponiert und hat in dieser Besetzung noch etwas mehr Ausdruck und Kraft. Daher gibt es als Bonus auch die Aufnahme der Swiss Army Brass Band.
Zehnter Dezember
Johan Wichers hat diesen tollen Marsch nicht, wie man vielleicht vom Titel her ableiten könnte, dem bekannten italienischen Adelsgeschlecht „derer von Medici“ gewidmet, sondern er entstand aus Dankbarkeit zu den Ärzten, die den Komponisten nach schwerer Krankheit wieder auf die Beine gebracht hatten.
Neunter Dezember
Neunter Dezember und endlich kommt Ernst Mosch. Hier mit einem tollen Medley zum Mitsingen und Wohlfühlen.
Achter Dezember
Die diesjährige Prozession zu Maria Empfängnis fällt dem Lockdown bereits zum zweiten Mal zum Opfer. Ich hab lange überlegt, welches Stück sich hinter dieser Tür befindet und habe beschlossen ein Solostück zu nehmen, welches von Thomas Asanger komponiert wurde. Auch wenn der Titel Crazy Tongues etwas mehr Tempo verspricht, finde ich das melodische Thema ansprechend.
Siebter Dezember
Heute geht es in den hohen Norden. Der finnische Komponist Timo Forsström hat mit dem Werk Sons of the Midnight Sun ein tolles Charakterstück geschrieben. Man sieht förmlich die Wikinger in der taghellen „Nacht“ ums Feuer sitzen und gemeinsam singen. Vor allem der kraftvolle Mittelteil des Stücks bleibt als Ohrwurm hängen.
Sechster Dezember
Es ist der Nikolotag und es wird festlich im Adventskalender. Marc-Antoine Charpentiers komponierte Ende des 16. Jahrhundert ein Te Deum, welches Grundlage dieser Fanfare ist. Doch die Melodie ist nicht durch die Bearbeitung von James Curnow bekannt geworden, sondern wurde als Signation der Eurovision verwendet und ist daher allen Fans von „Wetten, dass…?“ gut bekannt.
Fünfter Dezember
Am Krampustag wird es wild im Kalender. Ride ist ein Hochgeschwindigkeitsstück, das von einer landschaftsverzerrenden Autofahrt auf einer Landstraße in Pennsylvania inspiriert ist. Beginnend und endend in der gleichen Tonart, um den Übergang von einem „Zuhause“ zum anderen zu symbolisieren, zoomt Ride durch harmonische und metrische Veränderungen dazwischen, um Zuhörer und Musiker auf eine „Fahrt“ mitzunehmen, bevor es zu einem furiosen Höhepunkt kommt. Also Anschnallen und Losfahren!
Vierter Dezember
Der Choral Sollt‘ ich meinem Gott nicht singen von Johann Schop aus dem 17. Jahrhundert ist die Grundlage für Choral Music von Jacob de Haan. Wer jetzt ein getragenes Stück erwartet wird schon in den ersten Takten vom Komponisten überrumpelt. Choral Music ist vom Beginn an mit musikalischen Wendungen und unerwarteten Tempi versehen. Dadurch entsteht ein Beispiel für moderne Blasmusik, welches zeigt, welche Entwicklung das Genre gemacht hat.
Dritter Dezember
Nach dem Sehnsuchtsstück gestern, gibt es heute einen tollen Konzertmarsch. Arsenal von Jan von der Roost höre ich mindestens einmal pro Woche, wenn dieser Marsch als Signation der Blasmusiksendung von Rai Südtirol mit Dieter Scoz gespielt wird. Ein Stück, welches gut ins Programm des MVR passt.
Zweiter Dezember
Die Symphonic Overture ist eines meiner Sehnsuchtsstücke. Seit mehr als 15 Jahre ist es in meiner Wunschmappe. Eine Herausforderung für Musiker*innen und ein wunderbarer Hörgenuss für die Zusehenden. Wer weiß, ob es dem MVR gelingen kann, dieses tolle Stück einmal live zu präsentieren. Das Jubiläumskonzert 2025 wäre ja ein feiner Anlass.
Erster Dezember
Der Adventskalender beginnt beschwingt mit einen festlichen Marsch. „Sempre Unita“, was so viel bedeutet wie „immer vereint“, ist ein musikalischer Beitrag zu einem gemeinsamen Europa. Viel Spaß dabei!